Ein Schiedsverfahren ist ein außergerichtliches Verfahren, um einen Streit zu entscheiden. Das Verfahren wird nicht vor einem staatlichen Gericht, sondern vor einem Schiedsgericht durchgeführt. Die Schiedsrichter werden von den beteiligten Parteien gewählt. Meistens besteht ein Schiedsgericht aus ein bis drei Schiedsrichtern. Die Aufgabe des Schiedsgerichtes ist es, unter Anwendung des gültigen Rechts. Als beteiligte Partei können Sie zudem wesentliche Entscheidungen bezüglich der Durchführung des Verfahrens treffen und beispielsweise den Ort bestimmen. 

Ablauf von einem Schiedsverfahren

Generell müssen Sie wissen, dass die Basis für ein Schiedsverfahren stets eine schriftliche Vereinbarung der beteiligten Parteien ist. Diese Vereinbarung wird Schiedsabrede genannt. In dieser Vereinbarung erklären Sie und Ihre Gegenpartei, dass sie mit der Streitbeilegung anstelle eines stattlichen Gerichtes das Schiedsgericht beauftragen. Schiedsvereinbarungen sind häufig Bestandteil von Handelsverträgen, insbesondere bei internationalen Handelsvorgängen. Schiedsverfahren können weltweit und in allen Sprachen durchgeführt werden. Es endet mit dem endgültigen Schiedsurteil..

Verschiedene Arten von Schiedsverfahren

Es gibt zwei verschiedene Arten Schiedsverfahren: ad hoc.und institiuell. Bei einem institutionellen Schiedsverfahrenübernimmt eine bestimmte Institution nötige Verwaltungsfunktionen, zum Beispiel die Zustellung von Schriftstücken an die Parteien. Der Umfang der Beteiligung kann von Institution zu Institution und bei den verschiedenen Verfahren stark variieren. Der Streit zwischen Ihnen und der Gegenpartei wird ausschließlich vom Schiedsgericht entschieden. Bei einem ad hoc Schiedsverfahren werden administrative Aufgaben entweder an eine Drittperson delegiert oder von den Schiedsrichtern übernommen.

Vorteile von einem Schiedsverfahren

Eine Streitentscheidung durch ein Schiedsgericht bietet Ihnen mehrere Vorteile. Durch ein Schiedsverfahren sparen Sie Kosten und Zeit ein. Das Fehlen von Revisions- und Berufungsinstanzen ermöglicht es, ein Verfahren binnen kurzer Zeit abzuschließen. Die Möglichkeit, den Ort und die Sprache frei auszuwählen ermöglicht es Ihnen, Kosten zu sparen, da Sie die Reisekosten reduzieren können und Ihnen keine Kosten für Übersetzungen entstehen. Von einem Schiedsgericht gefällte Urteile sind national und international vollstreckbar. Aufgrund des New Yorker Abkommens aus dem Jahr 1958 ist die Vollstreckung von Schiedssprüchen in den meisten Ländern sogar unkomplizierter als die Vollstreckung von Urteilen eines staatlichen Gerichtes. Die Schiedsrichter können von Ihnen und Ihrer gegnerischen Partei frei ausgewählt werden. Sie dürfen unterschiedliche Nationalitäten besitzen und verschiedenen Berufsgruppen angehören. Schiedsrichter müssen unabhängig und unparteiisch sein. Vorteilhaft ist zudem, dass Verhandlungen vor einem Schiedsgericht nicht öffentlich sind. Parteien als auch die Schiedsrichter müssen strikte Vertrauensregeln einhalten. Dadurch ist die Wahrung von sensiblen Informationen und Betriebsgeheimnissen sichergestellt. Die Rechtssprechung durch ist staatlich anerkannt.

Wirkungen des Urteils von einem Schiedsgericht

Ein Schiedsspruch besitzt eine identische Wirkung wie ein von einem staatlichen Gericht gefälltes Urteil. Die materielle Urteilskraft verhindert Entscheidungen durch weitere Instanzen. Eine Besonderheit ist, dass ein in einem Schiedsverfahrengesprochenes Urteil erst nach Vollstreckbarerklärung vollstreckbar ist.